Waltraud Funk

Waltraud Funk während der Exkursion zum Einstieg des Schwarzmilzferners am Fuße der Mädelegabel, 1. Juni 2022

Projekttitel: „47 Grad 17 Minuten 48 Sekunden Norden, 10 Grad 17 Minuten 45 Sekunden Osten“

Kaum eine natürliche Formation wird so sehr mit dem Klimawandel verknüpft wie der Gletscher und sein massives Abschmelzen in der Antarktis. Doch nicht nur in der Antarktis lässt sich die Erderwärmung eindrücklich beobachten – auch in den Allgäuer Alpen: der Schwarzmilzferner unterhalb der Mädelegabel gilt als der letzte Gletscher in den Allgäuer Alpen. Und – seine Tage sind gezählt. Laut führenden Wissenschaftler:innen wird der Koloss aus der Eiszeit in nur wenigen Jahren verschwunden sein. In ihrer künstlerischen Arbeit möchte die Künstlerin Waltraud Funk dem Schwarzmilzferner ein Denkmal setzen und an seine (schwindende) Existenz erinnern. Sie wird den Gletscher mithilfe von Wissenschaftler:innen aus der Bayrischen Akademie der Wissenschaft anhand von aktuellen Daten vermessen, als 3D-Visualisierung darstellen und sein Abschmelzen in einer großformatigen Videoprojektion exemplarisch simulieren. Des Weiteren sollen Schnee- und Wasserproben entnommen werden und ihre Darstellung im Dunkelmikroskop eine weitere visuelle, fast traumähnliche Ebene in der Videoarbeit bilden. Die Jury überzeugte die bemerkenswerte Verknüpfung von künstlerischer und naturwissenschaftlicher Herangehensweise, die große Relevanz des Themas und dass Waltraud Funk mit der Auswahl ihres Themas den Finger auf ein brisantes Thema ganz in unserer Nähe lenkt. 


Video: © Ulrike Lindenmann

Eindrücke ihrer Exkursion zum Einstieg des Schwarzmilzferners, dem letzten Gletscher des Allgäus |
1. Juni 2022

Fotos: Kees van Surksum


Über die Künstlerin

Wenn man auf dem Mittagberg bei Immenstadt geboren wird, wie die Künstlerin Waltraud Funk, dann bleibt etwas davon. Ein Leben lang. Vielleicht war es die Nähe zu den Gebirgswäldern, das vertraute Rauschen der Bäche und Tobel, das Baden in Gumpen. Sie kennt die Allgäuer Lebenswelten, die spirituellen und die profanen, die des Wetters und der Natur, und es ist die Auseinandersetzung mit diesen, die Waltraud Funk das ästhetische Rückgrat für ihre Arbeiten geben. In Garmisch Patenkirchen schloss sie eine Holzbildhauer-Ausbildung mit dem Gesellenbrief ab, dann Studium der Bildhauerei in Karlsruhe an der Akademie der Künste. Für jemanden, der das Holz wachsen und leben sieht, die nicht davor scheut alleine auf den Berg zu steigen um dort allein in die Sterne zu schauen, ist es Aufgabe und Absicht, sich für unsere Intelligenten Landschaften dem Schwarzmilzferner, dem letzten Gletscher des Allgäus, zuzuwenden. Wir sind gespannt, wie sie das Gefühl umsetzen wird, das mit dem Schmelzen der Eismassen einhergeht, die eindrücklich dafür stehen, was uns gerade verloren geht.


Weitere Infos zur Künstlerin:

www.waltraudfunk.de